Kathedrale Notre-Dame in Paris

10 spannende Fakten über die Kathedrale Notre-Dame in Paris

Foto: Cassie Gallegos / Unsplash

Die Kathedrale Notre-Dame in Paris wurde zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert erbaut und birgt eine jahrhundertelange französische Geschichte. Die gotische Kathedrale spiegelt die herausragende Rolle von Paris als wirtschaftliches und religiöses Zentrum im 12. Jahrhundert wider, und ihre Schrammen der Französischen Revolution erinnern an ihre lange Verbundenheit mit der Monarchie. Täglich betreten Tausende von Touristen ihre Türen, um die wunderschönen Rosettenfenster und die Wasserspeier zu fotografieren.

Am 15. April 2019 brach ein Feuer in der Kathedrale aus, das den ikonischen Spitzturm und einen Großteil des Dachstuhls zerstörte. Noch immer ist unklar, was den Brand ausgelöst hat, obwohl er mit den laufenden Renovierungsarbeiten zusammenhängen könnte.

Während wir innehalten, um die historische Struktur zu würdigen, sind hier 11 weniger bekannte Fakten über die Notre-Dame de Paris.

1. Die Kathedrale ist das meistbesuchte Bauwerk in Paris

Frankreich ist das meistbesuchte Land der Welt. Erstaunlicherweise ist das meistbesuchte Denkmal in Paris nicht der Eiffelturm, wie viele annehmen, sondern die Notre-Dame. 

Mehr als 13 Millionen Besucher passieren jedes Jahr die Pforten von Notre-Dame. Das bedeutet, dass die Kathedrale täglich rund 35.000 Besucher empfängt. 

Nach dem verheerenden Feuer am Abend des 15. Aprils ist die Notre-Dame für Besucher bis auf weiteres geschlossen. Seitdem besichtigen die Kirche allerdings noch mehr Besucher aus der Ferne, um sich das Ausmaß der Zerstörung selbst ansehen zu können.

2. Die Kathedrale ist an einem besonderen Ort erbaut

Die Kathedrale Notre-Dame de Paris befindet sich auf der Île de la Cité (Stadtinsel) im Zentrum von Paris. Es ist schwer, sich die Île de la Cité ohne die Kathedrale Notre-Dame vorzustellen. Das gotische Meisterwerk, das sich seit dem 12. Jahrhundert hier befindet, scheint schon seit den frühesten Stunden der Stadt dort gewesen zu sein, wie viele frühe Kunstwerke und Darstellungen der Kirche belegen.

Die Île de la Cité war noch allerdings noch weit vor der Kathedrale hier. Nachdem die Gallier in der Schlacht von Lutetia (52 v. Chr.) von den Römern besiegt wurden, siedelte und entwickelte sich die neue gallorömische Stadt Lutetia auf dem linken Ufer und auf der Île de la Cité. Die beliebten Viertel befanden sich am linken Ufer der heutigen Rue Saint-Jacques.

Pont Neuf

Foto: Fretschi / Shutterstock

Seit ihren Ursprüngen war die Île de la Cité in zwei Bereiche geteilt: Die westliche Hälfte war den Angelegenheiten der Stadt gewidmet und beherbergte den Palast, in dem die Herrscher während ihrer Besuche in Lutetia wohnen konnten; die östliche Hälfte hingegen war der Andacht gewidmet und beherbergte mehrere Altäre.

Diese Inselteilung, bei der die eine Hälfte der Herrschaft und die andere der Religion gewidmet ist, hat sich über die Zeit hinweg gehalten. Im Mittelalter wurde der Römische Palast durch den Königlichen Palast, der wiederum später zum Justizpalast und zur Conciergerie wurde, und die Altäre durch mehrere katholische Kirchen ersetzt.

Die Kirche Notre-Dame wurde später auf den Ruinen dieser Kirchen errichtet.

3. Alle Wege Frankreichs führen zur Notre-Dame de Paris

point zero

Foto: Legacy Images / Shutterstock

Wenn du bereits vor Notre-Dame gestanden hast, hast du wahrscheinlich die Fassade oder die Ufer der Seine gesehen. Aber hast du auch den Point Zéro gesehen, den offiziellen Bezugspunkt, der Paris ausmacht?

Auf dem Platz vor der Kirche zeigt eine winzige, mit einem Kompass gravierte Tafel, die als "point zéro des routes de France" bekannt ist, den Nullpunkt, von wo aus alle Entfernungen von und nach Paris gemessen werden.

4. Die Glocken der Kathedrale tragen eigene Namen

Wie so oft bei Kirchen haben die Glocken von Notre-Dame Namen.

In Notre-Dame heißen sie unter anderem Marie, Gabriel, Emmanuel, Anne-Geneviève, Marcel, Etienne, Benoît-Joseph, Maurice, Denis und Jean-Marie.

5. Die Chimären sind nicht so mittelalterlich, wie sie aussehen

Ein charakteristisches Element der gotischen Kunst sind die Chimären und Wasserspeier, die an den Wänden von Notre-Dame stark vertreten sind. Die Gargoyles sind Hohlfiguren, die sich an wichtigen Stellen befinden, um die Ableitung des Wassers zu garantieren. Chimären sind rein dekorativ.

Auf den Türmen von Notre-Dame ermöglichen die bekannten Chimären den Besuchern, bekannte perspektivische Aufnahmen mit den ihnen im Vordergrund und der Stadt Paris im Hintergrund zu machen.

Chimären Notre-Dame

Foto: Pedro Lastra / Unsplash

Man denkt oft, dass diese Chimären repräsentativ für den mittelalterlichen Stil der Kathedrale sind. Die dekorativen Chimären des Turms sind jedoch keineswegs mittelalterlich!

Zum einen wurde seit dem Mittelalter fast die gesamte Wasserspeierflotte des Doms ersetzt. Die meisten von ihnen müssen ein mal im Jahrhundert oder alle 150 Jahre ersetzt werden.

Die meisten Chimären wurden ebenfalls ersetzt. Die berühmtesten wurden allerdings erst bei den Renovierungsarbeiten des französischen Archtiekts Eugène Viollet-le-Duc in der Mitte des 19. Jahrhunderts ergänzt.

6. 28 Könige der Fassade wurden hier gestürzt 

Mitten in der Französischen Revolution wurden im Jahre 1793 28 Statuen von biblischen Königen im Dom mit Seilen niedergerissen und von einem Mob enthauptet. (König Ludwig XVI. wurde Anfang des Jahres geköpft), und jede mit der Monarchie verbundene Bildkunst wurde attackiert.

Die Bruchstücke wurden schließlich in einen Müllhaufen geworfen, mit dem der Innenminister umging, indem er befahl, das Material für den Wiederaufbau zu verwenden. Erst 1977 wurden die Köpfe von 21 dieser Könige bei den Arbeiten im Keller einer französischen Bank wiederentdeckt.

Heute befinden sie sich im nahegelegenen Musée de Cluny.

7. Die Orgel gilt als eine der größten Frankreichs

Orgel in Notre-Dame

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Die Orgel der Kathedrale von Notre-Dame verfügt über fast 8000 Pfeifen, die mit fünf Klaviaturen gespielt werden, was sie zur größten Pfeifenorgel Frankreichs macht - Auch wenn einige behaupten, dass die Orgel von Saint-Eustache eine größere besitzt.

Da das Holz einige Schäden durch die Französische Revolution aufwies, wurde es 2013 anlässlich des 850. Jubiläums der Kathedrale restauriert.

8. Ein Bienenstock befindet sich auf dem Dach

In der angrenzenden Sakristei von Notre-Dame befindet sich ein kleiner Bienenstock. Er wurde 2013 mit Buckfast Bienen dort angebracht. Ihr Honig wird aus den blühenden Pflanzen der nahegelegenen Gärten erzeugt, darunter der Platz Jean XXIII direkt hinter der Kathedrale.

Der Bienenstock hat den Brand ersten Berichten zufolge ebenfalls überstanden.

9. Napoleon und Victor Hugo haben sie gerettet

Als Napoléon Bonaparte beschloss, seine Kaiserkrönung 1804 in der Kathedrale Notre-Dame in Paris abzuhalten, war das Gebäude in einem schlechten Zustand. Jahrhunderte des Verfalls, in denen sich die Stadt entwickelte und veränderte, sowie der Vandalismus der Französischen Revolution ließen die Kirche am Abgrund zurück. Seit Jahren wurde es als kaum mehr als eine Lagerhalle genutzt. Als Napoléon seine Rückkehr zur Kirchennutzung erklärte und die große Zeremonie in seinen Mauern abhielt verhalf er der Notre-Dame zu neuer Bekanntheit.

Kathedrale Notre-Dame in Paris von Victor Hugo

Dennoch konnte die Krönung ihre strukturelle Verschlechterung nicht korrigieren. Der Schriftsteller Victor Hugo nutzte das Gebäude dann in seinem 1831 erschienenen Roman "Der Glöckner von Notre-Dame" als Personifizierung Frankreichs selbst. Und Hugo erinnerte eindringlich an den schlechten Zustand der Kirche.

Das Buch war ein Erfolg, und die Aufmerksamkeit führte zu einer umfassenden Restaurierung unter der Leitung der Architekten Jean-Baptiste-Antoine Lassus und Eugène Viollet-le-Duc.

10. Die Kathedrale folgt dem Goldenen Schnitt

Notre Dame Goldener Schnitt

Foto: TTstudio / Shutterstock

In der Architektur ist der Goldene Schnitt in jeder Form sichtbar, die aus einem Quadrat und einem Rechteck besteht, deren kombinierte Abmessungen ungefähr einem Verhältnis von 1:1,61 entsprechen. Dieses Verhältnis ist in der Kunst als optimale Proportion bekannt. In der Architektur folgen einige der bekanntesten Bauwerke diesem Verhältnis, wie das Parthenon in Athen oder das Taj Mahal in Agra.

Auch die Westfassade von Notre-Dame ist nach diesem Verhältnis erbaut. Die Höhe der Kirche geteilt durch die Breite entspricht etwa 1,61. Auch ist die Gesamthöhe etwa 1,61 mal so hoch wie die der ersten beiden Stockwerke. Die Gesamtbreite (Mittelteil + zwei Türme) beträgt etwa die 1,61fache Breite eines Turms plus des Mittelteils.

Dem Goldenen Schnitt folgen viele weitere dekorative Elemente der Kirche.

11. Die Kathedrale ist die Heimat der Dornenkrone

Dornenkrone

Foto: Gavigan / Wikipedia / CC BY-SA 3.0

Die Notre-Dame ist Heimat von Reliquien von unschätzbarem Wert, darunter die Dornenkrone, ein Stück des Kreuzes und ein Nagel. Bei dem Brand konnten all diese Heiligtümer der katholischen Kirche gesichert werden.

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