Reisefotografie

9 Tipps, wie du deine Reisefotografie auf ein neues Level bringst

Foto: Rob Bates / Shutterstock

Jeder Ort, den du besuchst, hat sein eigenes Aussehen, seinen eigenen Charakter und sein eigenes Lebensgefühl. Wenn du willst, dass Fotos von deinen Reisen deine Eindrücke authentisch wiedergeben, solltest du all diese Qualitäten einfangen. Wie dir das am besten gelingt, erfährst du in diesem Ratgeber zur Reisefotografie.

Mach dich mit deiner Kamera vertraut

Es gibt so viele Arte von Kameras, dass es beinahe schwierig ist, zu wissen, wo die Vor- und Nachteile der jeweiligen Systeme liegen. Wenn du dich ernsthaft der Reisefotografie widmen willst, solltest du dich mit verschiedenen Kameras auseinandersetzen. Finde heraus, wo die Stärken und Schwächen der Bauarten liegen und sorge dafür, dass du die Kamera benutzt, die für deine Ansprüche auf Reisen am besten geeignet sind.

Mehr: Die richtige Reisekamera finden

Anschließend geht es auch darum, die verschiedenen Funktionen und Einstellungen an deinem spezifischen Modell zu verwenden.

Eine gute Methode sich mit damit zu beschäftigen ist ein Online Fotokurs, in dem dir Profis die Feinheiten anhand praktischer Beispiele erklären.

Fokus auf die Goldene und die Blaue Stunde

Goldene Stunde

Foto: Mark Wielinga / Unsplash

Früh aufzustehen und spät draußen zu bleiben ist einer der besten Tipps für die Reisefotografie. Das liegt daran, dass am frühen Morgen und in der Zeit, wenn die Sonne untergeht, das beste Licht für deine Fotos einfällt.
Als Goldene Stunde bezeichnet man die Zeit, in der die Sonne tief am Himmel steht und ein märchenhaftes, warmes Licht auf die Szene zaubert. Genauer gesagt tritt dieses Licht ungefähr in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang und in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang auf.

Als blaue Stunde wird der Zeitraum bezeichnet, wenn sich die Sonne gerade so hinter dem Horizont befindet - morgens wie abends. Experten sprechen von dem Tagesabschnitt, wenn die Sonne zwischen 4 und 8 Grad unterhalb des Horizonts liegt. Genau dann erstrahlt der Himmel in diesem tiefen Blau.

Um bessere Landschaftsbilder zu knipsen, solltest du früh aufstehen, noch bevor die Sonne aufgeht oder abends lange ausharren, um den richtigen Moment für die Aufnahmen des Tages abzupassen.

Das Fotografieren mitten am Tag kann immer noch zu ausgezeichneten Aufnahmen führen, aber häufig ist der Himmel dann überbelichtet - es sei denn, einige interessante Wolken stehen am Himmel. Nutze stattdessen die Tagesmitte, um Straßenaufnahmen zu machen oder Orte für deine Landschaftsaufnahmen später auszukundschaften.

Bonus-Tipp: Bleibe geduldig. Man weiß nie, wann die Wolken aufbrechen könnten oder der Himmel zufällig in spektakulären Farben leuchtet.

Erfahren Sie mehr über die Komposition

Du hast wahrscheinlich schon davon gehört, wie wichtig es ist, eine Aufnahme richtig zu komponieren. In diesem Zusammenhang wird häufig die Drittel-Regel erwähnt - eine einfache Kompositionsregel, die die Bildwirkung spannender machen soll.

Eine gute Komposition kann den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen Aufnahme und einem ausgezeichneten Bild ausmachen.

Nach einigen Empfehlungen ist es am besten, das Motiv nicht genau in der Bildmitte auszurichten, es sei denn, du schießt ein Nahporträt. Probiere stattdessen, mit der Drittel-Regel herumzuspielen und von da aus fortzufahren.

Drittel Regel Reisefotografie

Foto via Mahkeo / Unsplash

Bei diesem Konzept wird das Bild in 9 gleiche Rechtecke aufgeteilt. Anschließend richtest du die Höhepunkte des Bildes an den Schnittstellen der Rechtecke aus. Häufig ist es am besten, nur ein bis zwei dieser Schnittstellen mit bildlichen Highlights zu belegen, da das Bild ansonsten schnell überladen wirken kann und wiederum einen eigenen Rhythmus entwickelt.

Eine andere Sache auf die du Acht geben solltest, sind Führungslinien, die deinen Blick natürlich durch die Aufnahme bewegen, sowie Winkel und Formen.
Dies ist eine Fertigkeit, die du nur mit Übung erlernen wirst.

Eine wichtige Sache, die du dir merken sollten, ist, dass Regeln dazu da sind, um gebrochen zu werden. Gewöhne dich daran, deine Aufnahmen mit der Drittel-Regel zu analysieren, aber verwende die Regel bitte nicht als steife Vorgabe, wenn du denkst, dass eine andere Komposition besser funktionieren würde.

Den Rahmen richtig abstecken

Framing

Foto: Dan Smedley / Unsplash

Wenn du durch den Sucher oder auf den LCD-Bildschirm schaust, konzentriere dich nicht nur auf das eigentliche Motiv. Achte darauf, dass du deine Augen über den gesamten Rahmen bewegst, um sicherzustellen, dass du nicht versehentlich etwas Wichtiges abschneidest.

Vergewissere dich noch einmal, dass du nicht den Gipfel eines  abschneidest oder dass der ganze Körper deines Freundes im Bild ist.

Manchmal kann es auch gut sein, den Vordergrund bewusst nur ausschnitthaft ins Bild zu rücken. Auf diese Weise kannst du einen eigenen Rahmen im Bild erschaffen, der den Blick des Betrachters später lenkt. In der Fachsprache wird dies auch Framing genannt.

Bewegen, um die besten Winkel herauszufinden

Fotografie auf Reisen

Foto: Jakub Gorajek / Unsplash

Dies schließt sich an das Framing und die Komposition an. Wenn du hohe Ansprüche an deine Bildergebnisse hast, musst du die richtigen Winkel suchen und dich bewegen. Manchmal ist es nicht die optimale Grundlage für deine Aufnahme, genau dort stehen zu bleiben, wo du bist.

Bewege dich, bis du mit deinem Bild zufrieden bist. Mache ein paar Schritte vorwärts, rückwärts und zur Seite, um dir einen Eindruck von jedem Winkel zu verschaffen. Selbstverständlich ist auch die Höhe der Kamera ein entscheidender Faktor. Manchmal muss man sich hinknien, um das perfekte Foto zu schießen.

Mache lieber ein paar Fotos mehr, um schließlich am Rechner die besten Aufnahmen auswählen zu können.

Deine Bildsprache finden

Bildsprache Reisefotografie

Foto: Jakob Owens / Unsplash

So wie ein Schriftsteller oder Musiker einen bestimmten Stil findet, den er mag, so muss man als Fotograf seine eigene Bildsprache entdecken.

Die Reisefotografie ist ein so umfangreicher Begriff, dass es fast alles abdecken kann. Alle Aufnahmen auf Reisen, seien es Landschaften, Bauwerke, Porträts oder Essen, können schließlich unter dem Mantel der Reisefotografie gefasst werden.

Was du tun musst, um wirklich leidenschaftlich für Reisefotografie zu sein, ist, das zu finden, was du am meisten liebst, und dich darauf zu konzentrieren. Wenn du Schwarzweißfotografie wirklich gerne hast, dann fang an, in Schwarzweiß zu fotografieren! Liebst du es, Bilder von verrückten Märkten zu machen? Dann geh und finde sie!

Du wirst viel mehr als Fotograf mit einer bestimmten Leidenschaft wachsen als jemand, der nur schöne Fotos von den am meisten fotografierten Orten auf dem Planeten macht.

Frage die Leute nach Erlaubnis

Reisefotografie Erlaubnis

Foto: Kevin Hou / Unsplash

Bei der Reisefotografie geht es nicht nur darum, die schönsten Sonnenuntergänge und die schönsten Bauwerke der Welt festzuhalten.

Reisefotografie sollte auch von den Menschen erzählen, die man auf der Reise trifft.
Es ist höflich und respektvoll, die Leute um die Erlaubnis zu bitten, ein Foto von ihnen zu machen.

Wenn du eine großartige Begegnung mit jemandem hattest, oder wenn du einfach nur eine großartige Chance siehst, ein wunderbares Porträt aufzunehmen, dann zeige ihnen ein breites Lächeln und frage, ob es in Ordnung ist, sie zu fotografieren. Wenn sie damit nicht einverstanden sind, solltest du die Entscheidung respektieren. Was wäre, wenn jemand ohne deine Erlaubnis zu dir kommen und dir seine Kamera ins Gesicht halten würde? Wahrscheinlich wärst du auch nicht besonders erfreut, wenn du nicht vorher gefragt wurdest.

Aber was ist, wenn du einen Schnappschuss machen willst, bei dem das Motiv natürlich aussehen soll? Nun, das kann etwas schwieriger sein, aber es gibt Möglichkeiten, dies zu erreichen, ohne die Person zu verärgern.

  • Lasse es nicht auffallen, dass du ein Foto von ihnen machst. Versuche, dich natürlich zu verhalten und so zu tun, als ob du viele verschiedene Dinge in der Umgebung fotografierst.
  • Wenn du ein Zoomobjektiv benutzt, kannst du es verwenden, um aus der Distanz zu fotografieren.

Besser ist es natürlich, wenn die Person sich vor der Kamera so wohlfühlt, dass sie über das Foto Bescheid weiß und es trotzdem authentisch wirkt. Die meisten Leute fühlen sich unwohl, für ein Foto zu posieren, aber wenn sie sich auf etwas anderes als das Posieren fokussieren können, kann es trotzdem klappen.

Auf diese Weise wirst du auch noch weitere interessante Elemente in die Aufnahme aufnehmen.

Benutze ein Stativ

Ein Stativ ist eines der wichtigsten Kamerazubehörs, das du je besitzen wirst, und ist für die Reisefotografie unerlässlich. Damit kannst du sowohl bei schlechten Lichtverhältnissen hervorragende Aufnahmen erzielen als auch kreativ mit deinen Bildern arbeiten (z.B. bei Langzeitbelichtungen).

Heutzutage braucht man nicht immer ein riesiges Stativ, um damit herumzureisen, besonders wenn man mit leichtem Gepäck reisen möchte und die Fotografie eher als Hobby betreibt.

Eine weitere nützliche Sache bei der Verwendung eines Stativs ist, dass es dich zwingt, mit deiner Fotografie bedachter zu werden und mehr Überlegungen in jede Aufnahme zu bringen.

Wenn du ein besserer Reisefotograf werden willst, solltest du mindestens ein kleines Stativ mit dabei haben.

Die Fotoausrüstung sicher transportieren 

Dein ganzes Equipment auf Reisen will sicher transportiert werden. Ein Fotorucksack ist die erste Wahl, um die gesamte Ausrüstung über all mit hin zu nehmen, wo sie in einem Koffer nicht hingelangen würde.

Achte beim Kauf darauf, dass die Fächer deines Fotorucksacks gut gepolstert sind, die Fächeraufteilung für deine Zwecke praktisch ist und er genügend Platz für deine Ausrüstung bietet. 

Mehr: Den richtigen Fotorucksack finden

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